Ernst bei der Arbeit – Wir lachen hier nicht

Vor einigen Jahren, seinerzeit sicherte ich mein Mutterdasein noch über die Festanstellung, hatte ich das Glück, den Ernst bei der Arbeit in einer Behörde kennenzulernen. Also nicht im Bezug auf das Erfüllen meiner Herzensaufgabe, sondern im Privileg, neue Perspektiven zu gewinnen. Beispielsweise in der Erkenntnis unserer bürokratischen Verworrenheit. Oder bezüglich menschlicher Abgründe auf Kosten fremder Notlagen.

Ein besonderer Moment kennzeichnete meine gesamte dortige Erfahrung in genau einem Satz:

„Wir sind eine Behörde, hier wird nicht gelacht!“

Auslöser war, dass ich auf eine sehr nette Emailanfrage einer Mitbürgerin ebenso nett antwortete und einen Smiley verwendete. Nun ist mir vollkommen bewusst und bekannt, dass nicht nur Behörden, sondern auch eine Menge wirtschaftlich orientierter Firmen ähnlich ticken.

Da komme ich nicht umhin, mich zu fragen, ob wir wirklich noch „Herren der Lage“ sind (und selbstverständlich wir Damen ebenso).

Wie um alles in der Welt kommen wir darauf, den Menschen das Lachen abzuschlagen? Mündet des Deutschen zugesprochene Verbissenheit genau hier oder nimmt sie an dieser Stelle ihren Lauf? Leider spielt es keine Rolle.

Doch ich möchte alle Unternehmen dazu aufrufen, diese Denkweise neu zu beleuchten. Können wir ohne Freude und Freundlichkeit motivierte und begeisterte Mitarbeiter schaffen und halten?

Worin genau läge denn die Begründung, den Mitarbeitern geschweige denn deren Kommunikation mit Kunden das Lachen zu untersagen?

„In der mangelnden Professionalität und Ernsthaftigkeit“, würden hier viele antworten.

Woher ziehen wir den Schluss, dass Zeichen von Menschlichkeit, fehlende Qualität begründen?

Etliche Missverständnisse aufgrund von Fehlinterpretationen in der Kommunikation ließen sich (inkl. deren erzeugter Zusatzkosten) vermeiden, wenn solche Gesten der Menschlichkeit erlaubt wären. Selbstverständlich macht es einen Unterschied, ob eine Nachricht einzelne Lachsmileys verwendet oder die gesamte Essenspalette der Emojis, wenn es sich nicht gerade um ein Restaurant dreht. Doch ist dies nun mal erstens ein Phänomen unserer Zeit und zweitens eine kommunikative Bereicherung, die deshalb inzwischen von allen Systemen übernommen wurde, weil die Menschen nicht mehr darauf verzichten möchten. Während es viele belächeln, könnte man darin den Fortschritt zulassen, der tatsächlich einen Gewinn darstellt.

Mitarbeiter können sich menschlicher weil „echter“ zeigen und Kunden fühlen sich wesentlich persönlicher angesprochen und abgeholt als mit des typisch Deutschen Ernst bei der Arbeit.

Und der Ernst in Ihrer Arbeit?

Wie sieht es in Ihrem Haus aus? Sind Ihre Leute mit Freude bei der Arbeit? Besteht zu Ihren Führungskräften (oder Ihnen) ein vertrauensvolles Verhältnis oder steht Frust an der Tagesordnung?

Lassen Sie uns Ihre Teampersönlichkeit(en) in einem Workshop betrachten. Glücklicherweise bedarf jede Unternehmung andere Attribute von Menschlichkeit. Welche das bei Ihnen sind, könnte möglicherweise jene (Er)kenntnis sein, die Sie den entscheidenden Schritt voran bringt.

Herzliche Grüße
Tanja Schillmaier, der Coach für mehr Persönlichkeit & Menschlichkeit

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